Jurisdiktionen
Firmengründung in Dubai: Mainland, Freihandelszone oder Offshore (Leitfaden 2026)
· 8 Min. Lesezeit
Autor: Vinícius Cavalcanti · Prüfer: Nathan Gomes

Das Wichtigste in Kürze
- Dubai bietet drei Gesellschaftsformen: Mainland (Geschäftstätigkeit in den gesamten VAE), Freihandelszone (internationales Geschäft, 0 % auf qualifizierte Einkünfte) und Offshore (nur Halten von Vermögen).
- Seit Juni 2023 erheben die VAE eine Körperschaftsteuer von 9 % auf steuerpflichtige Gewinne über AED 375.000. Der Satz von 0 % in Freihandelszonen gilt nur für qualifizierte Einkünfte von Gesellschaften, die Substanz- und weitere Anforderungen erfüllen.
- Seit Juni 2021 dürfen ausländische Investoren die meisten Mainland-Gesellschaften zu 100 % besitzen, nicht nur Gesellschaften in Freihandelszonen.
- In den VAE gibt es keine Einkommensteuer für Privatpersonen; die Mehrwertsteuer beträgt 5 %.
- Gesellschafter bleiben den Regeln ihres eigenen Landes unterworfen. US-Bürger zum Beispiel melden eine Gesellschaft in Dubai auf Formular 5471 und können nach den Regeln für beherrschte ausländische Gesellschaften auf deren Gewinne besteuert werden.
Wie gründet man eine Firma in Dubai?
Man wählt die Gesellschaftsform (Mainland, Freihandelszone oder Offshore), reserviert einen Firmennamen, beantragt die Lizenz für die Tätigkeit, lässt die Gesellschaft registrieren und eröffnet anschließend ein Geschäftskonto. Die Gründung dauert meist ein bis vier Wochen, das Bankkonto oft länger. Dubai bleibt einer der wichtigsten Wirtschaftsstandorte der Welt: 100 % ausländischer Besitz, keine Einkommensteuer für Privatpersonen, 9 % Körperschaftsteuer mit einem 0-%-Regime für qualifizierte Einkünfte in Freihandelszonen und direkter Zugang zu den Märkten Europas, Asiens und Afrikas.
Dieser Leitfaden erklärt die drei Gesellschaftsformen, die nötigen Unterlagen und Lizenzen, den Ablauf Schritt für Schritt sowie die steuerlichen und meldepflichtigen Punkte, die am häufigsten missverstanden werden.
Warum Dubai internationale Unternehmen anzieht
Dubai verbindet unternehmensfreundliche Politik, Rechtssicherheit und erstklassige Infrastruktur. Steuerlich ist der Standort weiterhin wettbewerbsfähig, doch 2023 hat sich einiges geändert: Unternehmen zahlen nun 9 % Körperschaftsteuer auf steuerpflichtige Gewinne über AED 375.000, während qualifizierte Gesellschaften in Freihandelszonen 0 % auf qualifizierte Einkünfte zahlen. Es gibt weder eine Einkommensteuer für Privatpersonen noch eine Quellensteuer auf Dividenden ins Ausland.
Ausländische Investoren dürfen in den meisten Tätigkeiten 100 % einer Gesellschaft besitzen, in Freihandelszonen und seit Juni 2021 auch auf dem Mainland. Dubai verbindet Europa, Asien und Afrika mit wenigen Flugstunden, und das politische und wirtschaftliche Umfeld ist für Investoren stabil und berechenbar.
Banken, Telekommunikation und Verkehr sind auf internationales Geschäft ausgelegt, und die Stadt hat eine große, multikulturelle Expat-Gemeinschaft mit langfristigen Aufenthaltsmöglichkeiten für Investoren, Unternehmer und Fachkräfte.
Gesellschaftsformen in Dubai: Mainland, Freihandelszone und Offshore
Die Wahl der richtigen Struktur ist die wichtigste Entscheidung. Jede der drei Formen bietet einen anderen Zugang zum lokalen Markt, eine andere steuerliche Behandlung und eigene regulatorische Anforderungen.

Mainland (Onshore)
Mainland-Gesellschaften erhalten ihre Lizenz vom Department of Economy and Tourism in Dubai und dürfen in den gesamten VAE frei tätig sein, auch mit staatlichen Stellen. Sie benötigen ein physisches Büro und haben direkteren Kontakt mit den lokalen Behörden. Seit 2021 ist in den meisten Tätigkeiten 100 % ausländischer Besitz erlaubt; für eine kurze Liste strategischer Tätigkeiten (etwa Banken, Versicherungen und Verteidigung) gelten weiterhin Beschränkungen. Sie eignen sich für Unternehmen, die an Kunden in den VAE verkaufen: Einzelhandel, lokale Dienstleistungen, Bau und Industrie.
Freihandelszone
Freihandelszonen sind Wirtschaftsgebiete mit eigenen Aufsichtsbehörden, etwa DMCC, DIFC, Dubai South oder IFZA. Sie bieten 100 % ausländischen Besitz, Zollvorteile und eine schnelle Gründung. Eine Gesellschaft, die als Qualifying Free Zone Person gilt, zahlt 0 % Körperschaftsteuer auf qualifizierte Einkünfte; übrige Einkünfte werden mit 9 % besteuert, und wenn die nicht qualifizierten Umsätze 5 % des Gesamtumsatzes oder AED 5 Millionen übersteigen, entfällt der 0-%-Satz für das ganze Jahr. In der Regel dürfen diese Gesellschaften ohne Vertriebspartner nicht direkt auf dem Mainland-Markt verkaufen. Sie eignen sich für Beratung, Technologie, Handel, Holdings und andere internationale Geschäfte.
Offshore-Gesellschaft
Offshore-Gesellschaften (zum Beispiel nach den Regeln von JAFZA oder RAK ICC) dienen nur dazu, Vermögen zu halten und außerhalb der VAE Geschäfte zu machen. Sie brauchen weder Büro noch Personal, dürfen in den VAE nicht tätig sein und keine Aufenthaltsvisa sponsern. Genutzt werden sie vor allem als Holding für Beteiligungen, Anlagen oder Immobilien in den VAE. Sie stehen nicht außerhalb des Steuersystems: Sie fallen unter das Körperschaftsteuergesetz, und ihre Eigentümer müssen in einem Register der wirtschaftlich Berechtigten eingetragen sein.
| Mainland | Freihandelszone | Offshore | |
|---|---|---|---|
| Tätigkeit auf dem VAE-Markt | Ja | Nicht direkt | Nein |
| Ausländischer Besitz | Bis zu 100 % (meiste Tätigkeiten) | 100 % | 100 % |
| Körperschaftsteuer | 9 % über AED 375.000 | 0 % auf qualifizierte Einkünfte; sonst 9 % | Fällt unter das Körperschaftsteuergesetz |
| Aufenthaltsvisa | Ja | Ja | Nein |
| Physisches Büro | Erforderlich | Vom Flexi-Desk bis zum Büro | Nicht erforderlich |
| Typische Nutzung | Lokaler Vertrieb und Dienstleistungen | Internationale Dienstleistungen und Handel | Halten von Beteiligungen oder Immobilien |
Voraussetzungen und Unterlagen
Dubai ist im internationalen Vergleich schnell, doch auch hier braucht die Gründung formgerechte Unterlagen. Mit guter Planung ist der Ablauf unkompliziert.
Unterlagen
Für die meisten Gesellschaftsformen benötigen Sie einen gültigen Reisepass jedes Gesellschafters und Geschäftsführers, einen aktuellen Adressnachweis, eine Beschreibung der geplanten Tätigkeit oder einen Businessplan und für einige regulierte Tätigkeiten einen Lebenslauf. Gesellschafter, die juristische Personen sind, legen ihre Gründungsunterlagen vor, für die VAE legalisiert und, wenn die Behörde es verlangt, ins Arabische übersetzt. Für manche Tätigkeiten ist zudem ein Führungszeugnis nötig.
Stammkapital und Bankkonto
Viele Freihandelszonen verlangen keine Einzahlung des Stammkapitals; auf dem Mainland hängt der Betrag von der Tätigkeit ab. Nach der Registrierung eröffnet die Gesellschaft ein Geschäftskonto. Banken in den VAE prüfen ihre Kunden streng, verlangen oft das persönliche Erscheinen eines Gesellschafters und brauchen in der Regel mehrere Wochen.
Lizenzen
Jede Tätigkeit braucht die passende Lizenz: Handelslizenzen für den Handel, Berufslizenzen für Dienstleistungen und Beratung, Industrielizenzen für die Produktion und zusätzliche Genehmigungen für regulierte Branchen wie Gesundheit, Lebensmittel und Finanzdienstleistungen. Tätigkeiten außerhalb der genehmigten Bereiche können zu Bußgeldern oder zum Entzug der Lizenz führen.
Schritt für Schritt: eine Firma in Dubai gründen
1. Struktur und Namen wählen
Wählen Sie Mainland, Freihandelszone oder Offshore je nachdem, wo Sie Geschäfte machen werden, und reservieren Sie einen Firmennamen, der den lokalen Regeln entspricht (keine beleidigenden oder religiösen Bezüge, keine irreführenden Abkürzungen).
2. Unterlagen vorbereiten und Antrag stellen
Stellen Sie die Unterlagen zusammen, lassen Sie sie bei Bedarf legalisieren und übersetzen, und reichen Sie den Antrag ein. Die Behörde erteilt die Namensreservierung, die Vorabgenehmigung und anschließend die Registrierung.
3. Lizenz und Visa erhalten
Nach der Registrierung erhält die Gesellschaft ihre Lizenz. Mainland- und Freihandelszonen-Gesellschaften können Aufenthaltsvisa für Gesellschafter und Mitarbeiter sponsern, die zur Emirates ID führen; unser Leitfaden zu Emirates ID und Aufenthalt in den VAE erklärt alle Wege.
4. Geschäftskonto eröffnen
Sobald die Gesellschaft aktiv ist, eröffnen Sie ein Konto bei einer Bank in den VAE oder einer internationalen Bank mit Präsenz in Dubai. Rechnen Sie mit persönlichen Terminen und detaillierten Fragen zum Geschäft und zur Herkunft der Mittel. Konten außerhalb der VAE lassen sich oft aus der Ferne eröffnen.

5. Compliance einhalten
Nach der Gründung muss die Gesellschaft ihre Lizenz jährlich erneuern, sich bei der Federal Tax Authority für die Körperschaftsteuer registrieren und eine jährliche Steuererklärung abgeben (auch bei 0 %), Bücher führen, das Register der wirtschaftlich Berechtigten aktualisieren und, wo vorgeschrieben, ihren Abschluss prüfen lassen. Qualifizierte Gesellschaften in Freihandelszonen müssen geprüfte Abschlüsse erstellen. Mit guter Vorbereitung dauert die Gründung je nach Jurisdiktion und Tätigkeit ein bis vier Wochen.
Vorteile einer Gesellschaft in Dubai
Wettbewerbsfähige Besteuerung
9 % Körperschaftsteuer oberhalb von AED 375.000, 0 % auf qualifizierte Einkünfte in Freihandelszonen, keine Einkommensteuer für Privatpersonen, keine Steuer auf Dividenden oder Veräußerungsgewinne von Privatpersonen und ein breites Netz von Doppelbesteuerungsabkommen.
Stabiles Geschäftsumfeld
Die VAE sind für Rechtssicherheit und politische Stabilität anerkannt, und ihre Infrastruktur für Logistik, Technologie und Banken ist erstklassig.
100 % ausländischer Besitz
Vollständiger ausländischer Besitz ist in Freihandelszonen und für die meisten Tätigkeiten auch auf dem Mainland möglich.
Ein internationaler Knotenpunkt
Dubais multikulturelle Geschäftswelt erleichtert Partnerschaften und Expansion, und Investoren, Unternehmer und Fachkräfte können einen langfristigen Aufenthalt erhalten, darunter das zehnjährige Golden Visa.
Herausforderungen und worauf zu achten ist
Gründungs- und laufende Kosten
Registrierungs-, Lizenz- und Visagebühren, Büroanforderungen und jährliche Verlängerungen variieren je nach Zone und Tätigkeit. Eine ruhende oder schlecht strukturierte Gesellschaft kostet trotzdem jedes Jahr Geld und kann ihre Steuervorteile verlieren.
Lokale Regeln
Jede Freihandelszone und jede Tätigkeit hat eigene Regeln; wer sie falsch versteht, riskiert Verzögerungen und in schweren Fällen den Entzug der Lizenz.
Ihr Heimatland besteuert Sie weiterhin
Eine Gesellschaft in Dubai hebt die steuerlichen Pflichten in Ihrem Wohnsitz- oder Staatsangehörigkeitsland nicht auf. Viele Länder haben Hinzurechnungsregeln, die die Gewinne einer ausländischen Gesellschaft im Besitz ihrer Einwohner besteuern. US-Bürger und Green-Card-Inhaber werden unabhängig vom Wohnort auf ihr Welteinkommen besteuert: Eine US-Person, die 10 % oder mehr an einer Gesellschaft in Dubai hält, reicht Formular 5471 ein, kann nach den Regeln zu Subpart F und net CFC tested income auf deren Gewinne besteuert werden und meldet ihre Bankkonten im FBAR. Zwischen den USA und den VAE besteht kein Doppelbesteuerungsabkommen für die Einkommensteuer.
Mehr dazu in unserem Leitfaden zu den FBAR-Pflichten für US-Bürger.
Ist Dubai steuerfrei?
Nicht ganz, und das ist für die Planung wichtig. Privatpersonen zahlen keine Einkommensteuer, aber Unternehmen zahlen 9 % oberhalb von AED 375.000, sofern ihre Einkünfte nicht unter das Freihandelszonen-Regime fallen, und große multinationale Konzerne zahlen eine Mindeststeuer von 15 %. Der eigentliche Vorteil ist die Kombination aus niedrigen Steuern, Rechtssicherheit und Zugang zu den Weltmärkten. Die falsche Struktur kann mehr kosten, als sie spart.

Fazit
Dubai ist einer der effizientesten Standorte der Welt für ein internationales Geschäft: stabil, gut angebunden und steuerlich wettbewerbsfähig. Die Vorteile hängen davon ab, die richtige Gesellschaftsform zu wählen, die richtige Tätigkeit zu lizenzieren und die Regeln sowohl in den VAE als auch im Heimatland einzuhalten.
Die falsche Gesellschaftsform, übersehene Lizenzdetails oder die Missachtung der Regeln des eigenen Landes können alle Vorteile zunichtemachen.
Unsere Private Advisory Session prüft Ihre Situation und empfiehlt die Struktur, Jurisdiktion und Bankverbindung, die zu Ihrem Geschäft und Ihrer persönlichen Steuersituation passen.
Quellen
Häufige Fragen
Ist Dubai für Unternehmen steuerfrei?
Nein. Seit Juni 2023 zahlen Unternehmen in den VAE 9 % Körperschaftsteuer auf steuerpflichtige Gewinne über AED 375.000. Gesellschaften in Freihandelszonen, die die Bedingungen erfüllen, zahlen 0 % auf qualifizierte Einkünfte. Privatpersonen zahlen keine Einkommensteuer.
Kann ein Ausländer 100 % einer Firma in Dubai besitzen?
Ja. Freihandelszonen erlauben das seit jeher, und seit Juni 2021 auch die meisten Mainland-Tätigkeiten. Einige strategische Branchen wie Banken und Versicherungen unterliegen weiterhin Beschränkungen.
Muss ich für die Gründung nach Dubai reisen?
Für die Registrierung meist nicht; sie kann mit einer Vollmacht aus der Ferne erfolgen. Für die Eröffnung des Geschäftskontos und ein Aufenthaltsvisum ist in der Regel ein Besuch nötig.
Wie lange dauert eine Firmengründung in Dubai?
Die Gründung dauert je nach Gesellschaftsform und Tätigkeit meist ein bis vier Wochen. Freihandelszonen sind in der Regel am schnellsten. Das Bankkonto kann mehrere Wochen länger dauern.
Erhalte ich mit einer Offshore-Gesellschaft in Dubai einen Aufenthaltstitel?
Nein. Offshore-Gesellschaften können keine Visa sponsern. Für einen Aufenthalt brauchen Sie eine Mainland- oder Freihandelszonen-Gesellschaft oder einen anderen Weg wie eine Anstellung, das Golden Visa oder das Rentnervisum.