Steuerliche Ansässigkeit
Steuerliche Ansässigkeit in Uruguay 2026: die neuen Regeln der Steuerbefreiung
· 6 Min. Lesezeit
Autor: Vinícius Cavalcanti · Prüfer: Nathan Gomes

Das Wichtigste in Kürze
- Uruguay hat seine Regeln für neue Einwohner zum 1. Januar 2026 mit dem Haushaltsgesetz 20.446 geändert. Wer einen Umzug plant, sollte sich an die neuen Regeln halten, nicht an ältere Ratgeber.
- Ansässige zahlen jetzt 12 % auf ausländische Kapitaleinkünfte: Dividenden, Zinsen und seit 2026 auch ausländische Veräußerungsgewinne und Mieteinkünfte, mit Anrechnung der im Ausland gezahlten Steuer.
- Neue steuerlich Ansässige können sich für das Zuzugsjahr und die zehn Folgejahre (insgesamt 11) von dieser Steuer befreien lassen, mit der Möglichkeit von weiteren fünf Jahren zum halben Satz.
- Für diese Steuerbefreiung muss der neue Einwohner mehr als 183 Tage im Jahr in Uruguay verbringen, Immobilien für mehr als 12,5 Mio. UI (rund 2 Mio. US-Dollar) kaufen oder jährlich 100.000 US-Dollar in den Nationalen Innovationsfonds einzahlen.
- Der frühere 60-Tage-Weg mit kleinerer Immobilieninvestition und die dauerhafte 7-%-Option stehen neuen Einwohnern nicht mehr offen; wer die Befreiung vor 2026 erhalten hat, behält sie.
Wodurch wird man in Uruguay steuerlich ansässig?
Wodurch wird man in Uruguay steuerlich ansässig? Sie werden steuerlich ansässig, wenn Sie sich in einem Kalenderjahr mehr als 183 Tage im Land aufhalten oder wenn der Mittelpunkt Ihrer Lebens- oder wirtschaftlichen Interessen in Uruguay liegt, zum Beispiel weil Ihr Ehepartner und Ihre minderjährigen Kinder dort leben oder Ihr Hauptgeschäft oder Ihre Investitionen dort angesiedelt sind. Die steuerliche Ansässigkeit ist vom aufenthaltsrechtlichen Wohnsitz getrennt: Eine Aufenthaltskarte erlaubt Ihnen, in Uruguay zu leben, die steuerliche Ansässigkeit bestimmt, wie Uruguay Sie besteuert. Die Steuerbehörde (DGI) stellt auf Antrag eine Ansässigkeitsbescheinigung aus.
Uruguay zieht seit Langem Argentinier, Brasilianer, Europäer und Nordamerikaner an, dank politischer Stabilität, einem Kreditrating im Investment-Grade-Bereich, starken Institutionen und einem Steuersystem, das Auslandseinkünfte historisch größtenteils unbesteuert ließ. Die Reform von 2026 hält Uruguay für Menschen attraktiv, die wirklich dorthin ziehen, hat die Steuerbefreiung aber anspruchsvoller gemacht und für alle anderen eine Steuer auf Auslandseinkünfte eingeführt.
Wie Uruguay Ansässige seit 2026 besteuert
Uruguays Einkommensteuer für natürliche Personen (IRPF) folgt überwiegend dem Quellenprinzip. Gehälter und Honorare für in Uruguay erbrachte Arbeit werden progressiv bis 36 % besteuert, uruguayische Kapitaleinkünfte mit 12 % (7 % für uruguayische Dividenden).
Bei den Auslandseinkünften hat die Reform von 2026 am meisten verändert. Bis 2025 wurden Ansässige nur auf ausländische Dividenden und Zinsen mit 12 % besteuert. Seit dem 1. Januar 2026 sind auch ausländische Veräußerungsgewinne und Mieteinkünfte steuerpflichtig, ebenfalls mit 12 %; Verluste können mit Gewinnen verrechnet und bereits im Ausland gezahlte Steuern angerechnet werden. Ein Dekret vom Mai 2026 regelt die praktische Berechnung und Zahlung.
Ausländische Gehälter für im Ausland geleistete Arbeit und ausländische Renten bleiben außerhalb der uruguayischen Einkommensteuer. Es gibt keine Erbschaft- oder Schenkungsteuer, und die Vermögensteuer gilt für in Uruguay belegenes Vermögen.
| Einkünfte | Ohne Steuerbefreiung | Mit Steuerbefreiung |
|---|---|---|
| Uruguayische Gehälter und Honorare | Progressiv bis 36 % | Progressiv bis 36 % |
| Ausländische Dividenden und Zinsen | 12 %, mit Anrechnung ausländischer Steuer | 11 Jahre befreit, danach eventuell 5 Jahre 6 % |
| Ausländische Veräußerungsgewinne und Mieten | 12 % seit 2026, mit Anrechnung ausländischer Steuer | 11 Jahre befreit, danach eventuell 5 Jahre 6 % |
| Ausländische Gehälter und Renten | Nicht steuerpflichtig | Nicht steuerpflichtig |
| Erbschaften und Schenkungen | Keine Steuer | Keine Steuer |

Die Steuerbefreiung für neue Einwohner
Neue steuerlich Ansässige können einmalig wählen, für ihre ausländischen Kapitaleinkünfte im Jahr des Zuzugs und in den zehn Folgejahren der Einkommensteuer für Nichtansässige (IRNR) zu unterliegen. Da die IRNR nur uruguayische Einkünfte erfasst, bedeutet diese Wahl in der Praxis 11 Jahre ohne uruguayische Steuer auf ausländische Dividenden, Zinsen, Gewinne und Mieten. Danach können weitere fünf Jahre zum halben Regelsatz, also 6 %, möglich sein. Einkünfte aus uruguayischen Quellen werden während des gesamten Zeitraums normal besteuert.
Um sich zu qualifizieren, muss der neue Einwohner einen von drei Wegen erfüllen:
- Physische Präsenz: mehr als 183 Tage im Jahr in Uruguay, ohne Investitionspflicht.
- Immobilien: eine Investition in uruguayische Immobilien von mehr als 12,5 Mio. UI, rund 2 Mio. US-Dollar zu Werten von 2026.
- Innovationsfonds: eine Einzahlung von 100.000 US-Dollar pro Jahr in den Nationalen Innovationsfonds während der Befreiung.
Die Befreiung steht Personen offen, die in den fünf vorangegangenen Jahren nicht in Uruguay steuerlich ansässig waren. Wer sie vor 2026 erhalten hat, genießt Bestandsschutz und behält sie zu den ursprünglichen Bedingungen bis zum Ende der Laufzeit.
| Weg | Voraussetzung |
|---|---|
| Physische Präsenz | Mehr als 183 Tage im Jahr in Uruguay |
| Immobilien | Immobilien für mehr als 12,5 Mio. UI (rund 2 Mio. US-Dollar) |
| Nationaler Innovationsfonds | 100.000 US-Dollar pro Jahr während der Befreiung |
| Früherer 60-Tage-Weg mit kleinerer Immobilieninvestition | Für neue Einwohner nicht mehr verfügbar |
Was sich für Umzugswillige geändert hat
Ältere Ratgeber beschreiben Wege, die für neue Einwohner nicht mehr gelten:
- Der Weg über das wirtschaftliche Interesse auf Basis einer Immobilieninvestition von etwa 3,5 Mio. UI (rund 500.000 bis 600.000 US-Dollar) kombiniert mit 60 Tagen Aufenthalt pro Jahr ist entfallen.
- Die Option, nach der Befreiung dauerhaft einen ermäßigten Satz von 7 % auf ausländische Dividenden und Zinsen zu zahlen, ist entfallen; die Anschlussoption ist jetzt der fünfjährige Übergang mit 6 %.
- Ansässige, die sich nicht für die Befreiung qualifizieren, zahlen jetzt 12 % auch auf ausländische Veräußerungsgewinne und Mieteinkünfte, nicht nur auf Dividenden und Zinsen.
In der Praxis belohnt die Reform Menschen, die wirklich den größten Teil des Jahres in Uruguay leben, oder sehr vermögende Investoren, die Immobilien für mehr als 2 Mio. US-Dollar kaufen, und besteuert die ausländischen Kapitaleinkünfte von Teilzeitbewohnern.
Schritte zur steuerlichen Ansässigkeit
- Aufenthaltstitel beantragen: befristeter oder dauerhafter Aufenthalt bei der Nationalen Migrationsdirektion, mit Identitätsnachweis, sauberem Führungszeugnis und Nachweis der Mittel zum Lebensunterhalt.
- Den uruguayischen Personalausweis (Cédula) beantragen und sich bei der DGI registrieren.
- Echte Präsenz aufbauen: Wohnung, lokales Bankkonto, Krankenversicherung und die vom gewählten Weg verlangten Tage im Land. Reisebelege aufbewahren.
- Im ersten Jahr die Steuerbefreiung wählen, wenn Sie sich qualifizieren, und den Nachweis des genutzten Wegs aufbewahren.
- Die Ansässigkeitsbescheinigung für Banken und das bisherige Heimatland beantragen.
- Den alten Wohnsitz ordnungsgemäß beenden. Unser Leitfaden zur steuerlichen Ansässigkeit erklärt, warum der Ausstieg aus dem alten System genauso wichtig ist wie der Einstieg in das neue.

Worauf zu achten ist
- Ihr bisheriges Land kann Sie weiterhin als ansässig behandeln, wenn Familie, Wohnung oder Geschäft dort bleiben, oder eine Wegzugsteuer erheben.
- Uruguayische Banken melden Konten unter dem Common Reporting Standard, und ausländische Banken melden an Uruguay, sobald Sie dort ansässig sind.
- US-Bürger bleiben in den USA mit ihrem Welteinkommen steuerpflichtig, wo immer sie leben; die uruguayische Befreiung ändert daran nichts.
- Der Wert der Unidad Indexada (UI) folgt der Inflation, sodass sich der Dollarwert der Immobilienschwelle im Lauf der Zeit ändert.
Fazit
Uruguay bleibt eines der stabilsten und attraktivsten Länder Lateinamerikas für einen Umzug, und seine elfjährige Befreiung für ausländische Kapitaleinkünfte ist für Menschen, die dort wirklich ihr Zuhause finden, weiterhin großzügig. Seit 2026 verlangt die Befreiung jedoch mehr als 183 Tage Präsenz, eine Immobilieninvestition von rund 2 Mio. US-Dollar oder eine jährliche Einzahlung in den Innovationsfonds, und alle anderen Ansässigen zahlen 12 % auf ausländische Kapitaleinkünfte. Unsere Leitfäden zu territorialen Steuersystemen und zu den besten Ländern für einen Umzug aus den USA vergleichen Uruguay mit den Alternativen.
Unsere Private Advisory Session modelliert Ihre Einkünfte nach den uruguayischen Regeln von 2026, wählt den passenden Weg und plant Umzug, Aufenthaltsantrag und den Ausstieg aus Ihrem bisherigen Steuersystem.
Quellen
Häufige Fragen
Wie werde ich in Uruguay steuerlich ansässig?
Indem Sie mehr als 183 Tage im Jahr in Uruguay verbringen oder dort den Mittelpunkt Ihrer Lebens- oder wirtschaftlichen Interessen haben. Sie brauchen außerdem einen Aufenthaltstitel, und die DGI kann eine Ansässigkeitsbescheinigung ausstellen.
Besteuert Uruguay Auslandseinkünfte?
Seit 2026 zahlen Ansässige 12 % auf ausländische Kapitaleinkünfte, einschließlich Dividenden, Zinsen, Veräußerungsgewinnen und Mieten. Ausländische Gehälter und Renten sind steuerfrei. Neue Einwohner können eine elfjährige Befreiung für ausländische Kapitaleinkünfte wählen.
Wie lange dauert Uruguays Steuerbefreiung?
Das Zuzugsjahr und die zehn Folgejahre, insgesamt 11, eventuell gefolgt von fünf Jahren zum ermäßigten Satz von 6 %.
Wie viel muss ich für Uruguays Steuerbefreiung investieren?
Nichts, wenn Sie mehr als 183 Tage im Jahr in Uruguay verbringen. Andernfalls Immobilien für mehr als 12,5 Mio. UI (rund 2 Mio. US-Dollar) oder 100.000 US-Dollar pro Jahr in den Nationalen Innovationsfonds.
Gibt es in Uruguay noch den 60-Tage-Weg?
Nicht für neue Einwohner. Das Haushaltsgesetz 20.446 hat ihn ab 2026 abgeschafft. Wer die Befreiung vor 2026 erhalten hat, behält die ursprünglichen Bedingungen.


